Bayerischer Ministerpräsident Seehofer reiste zu politischem Spitzengespräch nach Ungarn
Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer reiste am 2. Dezember 2010 in die ungarische Hauptstadt Budapest und traf Ministerpräsident Viktor Orbán zu einem politischen Meinungsaustausch. Damit holte er seinen bereits für September geplanten Besuch in Ungarn nach. Im Mittelpunkt des Gesprächs stand die bilaterale Zusammenarbeit zwischen Bayern und Ungarn, einschließlich der besonders engen Wirtschaftsbeziehungen.
Zusätzliche Bedeutung bekam das Treffen vor dem Hintergrund, dass Ungarn ab 1. Januar 2011 die EU-Ratspräsidentschaft übernehmen wird. Die ungarische Regierung hat bereits die Wirtschafts- und Währungspolitik sowie die verstärkte Zusammenarbeit der Donaustaaten in der EU als Top-Themen ihrer Ratspräsidentschaft genannt. Seehofer warb in Budapest für deutsche Positionen zur Zukunft des Wachstums- und Stabilitätspakts.
Mit seiner Reise bekräftigte der Bayerische Ministerpräsident die traditionell guten und engen Beziehungen Bayerns mit Ungarn. Seehofer: „Ungarn ist einer der engsten internationalen Partner Bayerns. Unsere Zusammenarbeit erstreckt sich auf die gesamte Bandbreite von Politik und Verwaltung, von Wirtschaft und Wissenschaft sowie von Umweltschutz und Kultur.“
Bereits seit 1991 arbeiten Bayern und Ungarn in einer gemeinsamen Regierungskommission zusammen, die allein in den vergangenen zwei Jahren knapp 100 bayerisch-ungarische Projekte angestoßen hat. Es gibt über 2000 bayerisch-ungarische Wirtschaftskontakte, intensiv gefördert durch eine eigene Bayerische Auslandsrepräsentanz im Gebäude der Deutsch-Ungarischen Industrie- und Handelskammer.
Ungarn steht unter den Handelspartnern Bayerns mit einem Handelsvolumen von rund zehn Milliarden Euro an zehnter Stelle. Ungarn ist zudem einer der größten Investitionsstandorte für Unternehmen aus Bayern. Aber auch 158 Schulpartnerschaften und 48 Kommunalpartnerschaften zeugen von einem regen Austausch zwischen den beiden Ländern.
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(© Botár Gergely)
Außerdem besuchte Seehofer die deutschsprachige Andrássy-Universität in Budapest, die einzige deutschsprachige Hochschule außerhalb des deutschen Sprachraums. Sie wurde 2001 in der ersten Amtszeit von Ministerpräsident Orbán als Gemeinschaftsprojekt Ungarns, Bayerns, Baden-Württembergs und Österreichs gegründet. Auch die Bundesrepublik Deutschland trägt der besonderen Rolle der Andrássy-Universität für die deutsch-ungarischen Kulturbeziehungen seit Jahren Rechnung. Das Auswärtige Amt und der Deutsche Akademische Austauschdienst fördern die Bildungseinrichtung mit Dozenturen, Sur-Place-Stipendien, Gerätespenden, Exkursionen etc.
Seehofer im Vorfeld seiner Reise: „Sichtbares Zeichen unserer hervorragenden Zusammenarbeit ist die deutschsprachige Andrássy-Universität in Budapest. Ich freue mich ganz besonders auf die Diskussion mit Professoren und Studenten dieser einzigartigen Institution, die in den gesamten Mittel- und Südosteuropäischen Raum ausstrahlt.“