Baden-Württembergs Wirtschaftsminister, Ernst Pfister, reist am 30. September an der Spitze einer 20-köpfigen Wirtschaftsdelegation für drei Tage nach Ungarn
Baden-Württembergs Wirtschaftsminister Ernst Pfister wird am Mittwoch, 30. September 2009, an der Spitze einer 20-köpfigen Wirtschaftsdelegation für drei Tage nach Ungarn reisen, um baden-württembergische Unternehmer bei der Erschließung des ungarischen Marktes zu unterstützen. “Gerade in den gegenwärtigen schwierigen Zeiten ist es mir besonders wichtig, die Markterschließung baden-württembergischer Unternehmer in Ungarn und den benachbarten interessanten Märkten zu unterstützen. Mit seiner Dynamik in Wirtschaft und Wissenschaft ist der Donauraum eine starke europäische Region“, begründete Pfister. In diesem Zusammenhang begrüßte der Minister ausdrücklich die Haltung der EU-Kommission, in Kooperation mit den Partnern eine Donaustrategie zu entwickeln.
Im Mittelpunkt des Besuchs in Budapest steht die dort von Baden-Württemberg International (bw-i) zusammen mit der Deutsch-Ungarischen Industrie- und Handelskammer organisierte Kontakt- und Kooperationsbörse. Neun Vertreter mittelständischer Unternehmen aus verschiedenen Branchen führen mit ausgewählten ungarischen Partnern Gespräche zur Anknüpfung von Geschäftskontakten sowie über Möglichkeiten einer künftigen Zusammenarbeit.
Kooperationsbörsen wurden in Ungarn seit 1996 regelmäßig durchgeführt. Daneben hat sich Baden-Württemberg an verschiedenen Fachmessen mit Firmengemeinschaftsausstellungen beteiligt. So in den Jahren 2004, 2005 und 2006 an der Fachmesse für Umwelt „Ökotech“. Erstmals nahm Baden-Württemberg 2008 an der Industriemesse „Industria“ teil. Eine weitere Beteiligung an dieser Messe ist für 2010 vorgesehen.
Deutschland ist der größte ausländische Direktinvestor in Ungarn. Aus Baden-Württemberg haben etwa 500 Unternehmen in Ungarn investiert. Derzeit investiert die Daimler AG in Kecskemét in ein neues Werk.
Nach den Worten von Wirtschaftsminister Pfister hat sich das Handelsvolumen Baden-Württembergs mit Ungarn in den letzten Jahren dynamisch entwickelt.
Das bilaterale Handelsvolumen, das sich 2001 noch auf 3,79 Milliarden Euro belief, betrug zum Ende des Jahres 2008 6,24 Milliarden Euro und hat sich demnach in diesem Zeitraum fast verdoppelt.
Die Ausfuhren Baden-Württembergs nach Ungarn erhöhten sich 2008 auf einen Wert von 2,54 Milliarden Euro (+ 1,9 Prozent zum Vorjahr), die Einfuhren stiegen ebenfalls nochmals um zwei Prozent auf 3,9 Milliarden Euro.
Der Einbruch im Handel mit Mittel- und Osteuropa im Rahmen der Finanzkrise im ersten Halbjahr 2009 traf auch die baden-württembergischen Ausfuhren. Während die deutschen Ausfuhren nach Ungarn in diesem Zeitraum um 37 Prozent zurückgingen, musste Baden-Württemberg einen Rückgang von 23 Prozent verzeichnen.
Pfister betonte, dass es ihm ein besonderes Anliegen sei, mit seinem Besuch in Budapest die Wirtschaftskooperationsgespräche der baden-württembergischen Unternehmen politisch zu flankieren.
In Budapest wird Minister Pfister ein Gespräch mit dem seit April 2009 amtierenden Minister für Nationale Entwicklung und Wirtschaft, Istvan Varga, führen. Erörtert werden dabei die Möglichkeiten der weiteren wirtschaftlichen Zusammenarbeit. Grundlage ist ein Arbeitsprogramm, das zweijährlich von der Gemischten Kommission Baden-Württemberg – Ungarn erarbeitet wird. Diese Kommission besteht bereits seit 1994 und tagte zuletzt am 25./26. Juni 2009 in Schloss Weikersheim.
Minister Pfister wird an der von Baden-Württemberg unterstützten deutsch-sprachigen Andrassy-Universität einen Vortrag vor Vertretern der Wirtschaft halten zum Thema "Vom Mittelstandsunternehmen zum Weltmarktführer". Er kommt damit einer Anregung der ungarischen Regierung nach, die erstmals dabei ist, ein Unterstützungsprogramm für mittelständische Unternehmen aufzubauen.
Minister Pfister wird außerdem mit der Deutschen Botschafterin in Budapest, Frau Dorothee Janetzke-Wenzel, Gastgeber des dortigen Empfangs anlässlich des Tages der Deutschen Einheit sein. Gefeiert werden 60 Jahre Bundesrepublik, 20 Jahre Mauerfall und 5 Jahre EU-Beitritt Ungarns. Baden-Württemberg beteiligt sich mit Spezialitäten wie Maultaschen, Schwarzwälder Kirschtorte, Teegebäck, Pralinen, Bier und Wein.