Bilaterale Wirtschaftsbeziehungen
Aufgabe des Wirtschaftsdienstes der Botschaft ist die Förderung und Pflege der deutsch-ungarischen Wirtschaftsbeziehungen, insbesondere des bilateralen Handelsaustauschs. Die Außenwirtschaftsförderung basiert dabei auf dem so genannten 3-Säulen-Modell, bestehend aus dem Zusammenspiel zwischen den Auslandshandelskammern (AHK), Germany Trade and Invest (gtai) und den Wirtschaftsreferaten der deutschen Botschaften. In Budapest sind auf Grund der Bedeutung des Handels mit Ungarn und des Investitionsstandorts Ungarn alle drei Säulen vertreten.
Die Wirtschaftsbeziehungen zwischen beiden Ländern sind traditionell sehr intensiv. So ist Deutschland der wichtigste Handelspartner der ungarischen Wirtschaft: 2010 wurde ca. ein Viertel des ungarischen Außenhandels mit Deutschland abgewickelt. Das bilaterale Handelsvolumen lag 2011 nach ersten Berechnungen bei 33,9 Mrd. Euro. Die wichtigsten deutschen Exportgüter sind hierbei Kraftfahrzeuge, Automobilteile und Maschinen; die wichtigsten ungarischen Exportgüter sind ebenfalls Kraftfahrzeuge und Automobilteile sowie Güter der Nachrichten-, Radio- und TV-Technik. Ungarn gehört zu den wenigen Ländern, mit denen Deutschland eine negative Handelsbilanz aufweist.
Deutschland ist mit einem Anteil von 22% der größte ausländische Direktinvestor in Ungarn. Insgesamt betrug der Bestand an ausländischen Direktinvestitionen Ende 2009 69 Milliarden Euro. Es gibt in Ungarn über 7.000 ganz oder teilweise mit deutschem Kapital gegründete Unternehmen, die über 250.000 Arbeitnehmer beschäftigen.
Den deutschen Bundesländern kommt in den deutsch-ungarischen Wirtschaftsbeziehungen eine wichtige Rolle zu. Viele Länder haben regelmäßige Kontakte auf Regierungsebene zu Ungarn, in denen Wirtschaftsfragen eine besondere Rolle spielen. Dabei geht es sowohl um neue Chancen für Handel, öffentliche Aufträge oder Investitionen als auch um gezielte Beratung der ungarischen Behörden etwa bei der Mittelstandsförderung, der Fachkräfteausbildung, dem Technologietransfer oder beim Umgang mit den Instrumenten der EU-Strukturförderung.
Die Deutsch-Ungarische Industrie- und Handelskammer (DUIHK) bildet mit ca. 900 Mitgliedern eine wichtige Schnittstelle für die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen. Die DUIHK vertritt außerdem einige Bundesländer offiziell in Ungarn.
Informationen über Geschäftschancen in Ungarn und Kontakte zur ungarischen Wirtschaft erhalten Sie auch bei Germany Trade and Invest (gtai).