Deutsches Engagement in Ungarns Berufsbildung

Deutschland ist ein Land der Ideen. Bildung, Wissenschaft und Forschung spielen eine wichtige Rolle. Dass Deutschland die höchste Beschäftigungsquote junger Menschen innerhalb der europäischen Union hat, ist maßgeblich dem Erfolgsmodell der dualen Berufsbildung zu verdanken. Duale Ausbildung Bild vergrößern Duale Hochschulstudentin in der Ausbildung bei einem Autozulieferer in Stuttgart (© picture alliance / dpa) Praxisorientierung und hohe Ausbildungsstandards tragen dazu bei, dass das einzigartige deutsche duale System weltweit anerkannt und nachgefragt ist. In der internationalen Zusammenarbeit dient es in Partnerländern als Vorbild. Deutschland engagiert sich daher auch weltweit mit maßgeschneiderten beruflichen Aus- und Weiterbildungsprogrammen, die an die Gegebenheiten des jeweiligen Landes angepasst werden.

Ungarn hat bereits zahlreiche Reformen in Richtung eines dualen, betriebsnahen Ausbildungssystems nach deutschem Vorbild angestoßen.  Nennenswert  sind hierbei die Umstrukturierung des Berufsbildungssystems mit der Einführung von Fachgymnasien und Fachmittelschulen, die Vergabe von Stipendien an Auszubildende, sowie steuerliche Vergünstigungen für Unternehmen als Ausgleich für die Kosten der Berufsausbildung. Zusammenarbeit in der Berufsbildung Bild vergrößern Am 7. April 2015 haben Dale A. Martin, Präsident der DUIHK und Dr. Sándor Czomba, Staatssekretär des ungarischen Ministeriums für Nationale Wirtschaft eine Kooperationsvereinbarung in der Berufsausbildung unterzeichnet (© DUIHK) Das ungarische Ministerium für nationale Wirtschaft arbeitet seit 2015 im Rahmen einer Kooperationsvereinbarung eng mit der Deutsch-Ungarischen Industrie- und Handelskammer DUIHK zusammen. Im Lehrjahr 2016 ließen sich in Ungarn nach Angaben der ungarischen Handelskammer (MKIK) bereits 53.000 Auszubildende in einem der rd. 800 anerkannten Ausbildungsberufe ausbilden. Deutsche Unternehmen in Ungarn wie z.B. Siemens, Bosch, Audi Hungaria Zrt., Mercedes, Aldi, Lidl oder Praktiker wie auch zahlreiche KMU beteiligen sich als Ausbildungsbetriebe. Sie profitieren davon, mit einer guten Ausbildung die Qualitätsstandards zu heben und die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Weiterhin gewinnen sie als Ausbildungsbetriebe loyale Mitarbeiter, die sie langfristig an das Unternehmen binden können. Qualifizierte, gut bezahlte Arbeit führt letztendlich auch dazu, der Abwanderung von Fachkräften entgegen zu wirken.

Berufsbildungspreis 2017 Bild vergrößern Gewinner des Berufsbildungspreises 2017 in der Kategorie Innovation: AUDI HUNGARIA Zrt., Győr. Der Preis wurde überreicht von Dr. Dr. Manfred Peter Emmes, Gesandter, Deutsche Botschaft Budapest (© DUIHK/Pelsőczy) Einige Beispiele für erfolgreiches deutsches Engagement in der Berufsbildung: Im abgelaufenen Schuljahr bildete Praktiker 250 Azubis aus – eine Rekordzahl. Siemens Zrt. bildete im selben Jahr 90 junge Leute in drei Mangelberufen aus und wurde mit dem Berufsbildungspreis der DUIHK in der Kategorie Kooperation ausgezeichnet. Audi Hungaria Zrt. bietet im Ausbildungsjahr 2017 zwei in Ungarn neue Techniker-Lehrberufe sowie die Ausbildung zum fremdsprachigen Industriekaufmann an.

Auch am Ausbau des dualen Studiums herrscht in Ungarn reges Interesse. Viele deutsche Firmen kooperieren mit ungarischen Universitäten. So versuchen beispielsweise Bosch und Siemens in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Budapest dem Ingenieurmangel zu minimieren.

Ohne wertvolle Lernabschnitte in Unternehmen kann eine duale Ausbildung nicht erfolgreich gelingen. Das fortdauernde Engagement deutscher Unternehmen ist daher maßgeblich für den Erfolg der Weiterentwicklung von Ungarns nationalem Berufsbildungssystem.