Die deutsche Minderheit in Ungarn

Landkarte der Ungarndeutschen Bild vergrößern Landkarte der Ungarndeutschen (© Neue-Zeitung-Stiftung) Die deutsche Minderheit ist nach den Roma die zweitstärkste von insgesamt dreizehn Minderheiten in Ungarn. Laut der Volkszählung des Nationalen Statistikamts (KSH) von 2011 gehören ihr knapp 186.000 Personen an. Dieser Wert entspricht 1,9% der Gesamtbevölkerung und stellt eine Steigerung um ein Anderthalbfaches im Vergleich zum Zensus von 2001 dar. Knapp 96.000 Menschen geben Deutsch als die im Familien- und Freundeskreis gebrauchte Sprache an.

Die heutigen Siedlungsgebiete der deutschen Minderheit liegen hauptsächlich in den Komitaten Pest, Budapest und Baranya (Branau).

Enkelkinder

"Donauschwaben" - Geschichtliches

Die Ungarndeutschen werden gemeinhin auch mit dem Sammelbegriff „Donauschwaben“ bezeichnet. Er geht auf die „Schwabenzüge“ im 17. und 18. Jahrhundert zurück, als nach Ende der Türkenherrschaft deutsche Einwanderer aus verschiedenen Regionen Südwestdeutschlands zur Besiedelung und Erschließung des Landes ins Karpatenbecken kamen.

Dr. Bertram v. Moltke und Dr. Andrea Komáromy

Schutz und Rechte der deutschen Minderheit in Ungarn

Der Schutz und die Rechte der deutschen Minderheit in Ungarn sind Gegenstand des 1992 geschlossenen „Deutsch-Ungarischen Freundschaftsvertrages“. Im gleichen Jahr wurde zudem eine „Gemeinsame Erklärung zwischen der Regierung der Bundesrepublik Deutschland und der Regierung der Republik Ungarn über die Förderung der deutschen Minderheit und des Unterrichts von Deutsch als Fremdsprache in der Republik Ungarn“ herausgegeben.

Am 11. Januar 2014 veranstaltete die LdU die alljährliche Landesgala der Ungarndeutschen, im Rahmen derer die Ehrennadel in Gold für das Ungarndeutschtum verliehen wird. Sie ging dieses Jahr an Eva Bajtai-Mayer, Alfred Manz und Josef Michaelis.

Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen

Auf Basis des ungarischen Minderheitengesetzes aus dem Jahre 1993, wurde 1995 erstmals die Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen (LdU) gewählt. Sie verfügt über 11 Regionalbüros und ist das politische und kulturelle Repräsentationsorgan der Ungarndeutschen sowie die Dachorganisation für heute landesweit über 400 lokale Nationalitätenselbstverwaltungen, mehr als 500 Kulturgruppen und Vereine.