9. November: Ein historisches Datum

9. November 1989: "Dieser 9. November ist ein historischer Tag." Mit diesen Worten beginnt Tagesthemen-Sprecher Hanns J. Friedrichs seine Moderation zum Mauerfall. Die DDR habe mitgeteilt, dass ihre Grenzen ab sofort für Jedermann geöffnet seien.

Berlin - 25 Jahre Mauerfall - Lichtgrenze Bild vergrößern Berlin - 25 Jahre Mauerfall - Lichtgrenze (© picture alliance / Eventpress) Woran kaum noch ein Mensch glaubte, war an diesem 9. November wahr geworden. Mit der missverständlichen Ankündigung zur neuen Reisefreiheit löste SED-Politbüromitglied Günter Schabowski den Ansturm tausender DDR-Bürger auf die Grenzkontrollen aus. Damit fiel vor 28 Jahren die Mauer, die Berlin zuvor 28 Jahre lang getrennt hatte.
Nach Jahren der Teilung Deutschlands sei der 9. November 1989 ein "wahnsinniger Tag" gewesen, sagt Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihrem aktuellen Video-Podcast. Nach mehreren großen Ereignissen zuvor – der Kommunalwahl im Frühjahr 1989, dem Erstarken oppositioneller Gruppen und der Flucht vieler Menschen über Ungarn – sei der Fall der Mauer sozusagen der letzte Baustein gewesen.

Mauerfall ebnet Deutscher Einheit den Weg
Nach 28 Jahren ist die Berliner Mauer wieder offen. Weitere Grenzstellen öffnen und die innerdeutsche Grenze wird durchlässig: der Weg zur Deutschen Einheit beginnt. Mit ihrer Friedlichen Revolution haben die Menschen in der DDR den Weg für Veränderungen geebnet.
Der Fall der Mauer habe "eine interessante, spannende historische Periode eingeleitet, die darin endete, dass am 3. Oktober des darauffolgenden Jahres – 1990 – Deutschland wiedervereint war", so Merkel im Podcast weiter. Der 9. November 1989, der Tag des Mauerfalls, sei tief eingegraben in das Gedächtnis vieler Deutscher als ein "wirklich guter Tag."

Der 9. November – ein Datum mit Geschichte
Das Datum steht nicht nur für den Mauerfall, sondern spielte in der deutschen Geschichte auch in früherer Zeit bereits eine wichtige Rolle:
9. November 1918: Aus Sorge vor einem radikalen politischen Umsturz verkündet Reichskanzler Prinz Maximilian von Baden eigenmächtig die Abdankung von Kaiser Wilhelm II. Damit endet das Deutsche Kaiserreich. Der stellvertretende SPD-Vorsitzende Philipp Scheidemann ruft die erste deutsche Republik aus.
9. November 1923: Mit seinem Marsch auf die Münchner Feldherrenhalle will Adolf Hitler die junge Weimarer Republik stürzen. Doch Hitler scheitert an der bayerischen Polizei. Er wird zu fünf Jahren Haft verurteilt. Zehn Jahre nach der Haft gelangt Hitler dann jedoch auf legalem Weg an die Macht. Erinnerung an die Reichspogromnacht Bild vergrößern Ein Gedenkstein erinnert in Leipzig an den Standort der früheren jüdischen Synagoge. (© picture alliance / dpa)

9. November 1938: Reichspogromnacht: Das Datum steht für Angst und Schrecken. SA-Sturmabteilung und SS zünden in ganz Deutschland Synagogen an, plündern Geschäfte jüdischer Inhaber, zerstören Wohnungen jüdischer Bürger, misshandeln, verhaften und töten jüdische Mitbürger. Damals habe die systematische Verfolgung der Juden in Deutschland begonnen, erinnert Kanzlerin Merkel. Die Aufarbeitung des Nationalsozialismus und der Shoah gehörten zur Identität Deutschlands. Darunter gebe es keinen Schlussstrich. "Wir müssen die Lehren daraus ziehen; und das in ganz besonderer Weise in einer Zeit, in der auch die Zeitzeugen immer weniger werden, die uns darüber erzählen können", betont Merkel im Podcast.
Deshalb unterstützt und fördert die Bundesregierung sowohl das Gedenken an den Mauerfall als auch die Erinnerung an die Reichspogromnacht.

Quelle: www.bundesregierung.de