Die Kanzlei

Das Gebäude und seine Geschichte
Das neue Kanzleigebäude der Deutschen Botschaft in der Úri utca (Herrengasse),das von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt worden ist, liegt im Budaer Burgviertel. Gotische Sitznischen und Pfeiler, die freigelegt in dem renovierten Gebäude zu sehen sind, erzählen eine Geschichte, die bis ins 15. Jahrhundert zurückreicht. Im Jahre 1715 kaufte der Benediktiner-Orden das ursprünglich aus zwei Grundstücken und zwei getrennten Wohnhäusern bestehende Areal. Die Mönche verbanden 1884 beide Gebäude in der Mitte durch ein Tor. Aus einem früher ebenerdigen Haus entstand ein einheitlich zweistöckiges Gebäude mit der historisierenden Architektur der Spätrenaissance. Nach mehreren Besitzerwechseln um 1920 erwarb 1936 das deutsche Reichsschatzkammeramt das Haus von einem ungarischen Privatbesitzer, um es als deutsche Gesandtschaft zu nutzen. Im zweiten Weltkrieg wurde das Haus schwer beschädigt und die Dachkonstruktion völlig zerstört. 1953 wurde es wie viele Häuser verstaatlicht. Dank einer Grundrenovierung im selben Jahr konnte der größte Teil erhalten werden, und diente dem Städtischen Tiefbauamt als Dienstgebäude. Im Jahre 1993 wurde das Gebäude - im Zusammenhang mit der Rückgabe des Grundstücks der früheren ungarischen Botschaft in Berlin - an Deutschland rückübereignet und im Stil von 1884 restauriert und rekonstruiert.

Archäologische Funde und Herrichtung der Kanzlei
Im März 1999 erfolgte der Startschuss zur Herrichtung der Botschaftskanzlei. Parallel dazu wurden bis Ende 1999 durch das Historische Museum im Untergeschossbereich archäologische Ausgrabungen durchgeführt. Die Wissenschaftler konnten vor allem Alltagskeramik, ganze Krüge und Teller, bergen. Umfangreiche Umbau- und Renovierungsarbeiten waren erforderlich, um das Haus botschaftsgerecht zu machen. Diese Arbeiten, die zu einem großen Teil von ungarischen Firmen durchgeführt wurden, konnten im November 2001 abgeschlossen werden. Es ist ein Gebäude entstanden, das die modernen Anforderungen an eine Botschaft erfüllt und sich gleichzeitig voll in die historische Umgebung einfügt.

Informationen zur Geschichte, Planung und Ausführung des Kanzleibaus

  • Baumaßnahme: Deutsche Botschaft Budapest, Erstmalige Herrichtung der ehemaligen Reichsgesandtschaft
  • Adresse: Úri utca 64 - 66, 1014 Budapest
  • Bauherr: Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch Bundesministerium für Verkehr-, Bau- und Wohnungswesen, dieses vertreten durch Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, Deichmanns Aue 31 - 37, 53179 Bonn
  • Gesamtleitung: Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung
  • Entwurfsplanung: Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung
  • Ausführungsplanung und Bauüberwachung: Generalplaner KERSTEN + MARTINOFF Architekten BDA, Bohlweg 47, 38100 Braunschweig
  • Kontaktarchitekt: Bánáti + Hartvig + Matus Architekten, Bazsarozsa u. 40, 1141 Budapest
  • Generalunternehmer: MBN Berliner Bau GmbH, Brunnenstraße 128, 13555 Berlin, vertreten durch MBN Magyarország Èpitöipari Fövállakzási Kft., Margó Tivadur u. 192, 1186 Budapest
  • Nutzung: Botschaftskanzlei, Pass- und Visastelle und Wohnungen
  • Brutto-Grundfläche: 5.245 Quadratmeter
  • Netto-Grundfläche: 3.787 Quadratmeter
  • Geschossanzahl: 4
  • Baubeginn: 03/1999
  • Fertigstellung: 11/2001
  • HU Bau, Genehmigt und festgesetzt, BM Bau 28.08.1998: 16.867.000 DM